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Foodfotografie: Setaufbau

Nach meinem letzten Post zum Thema Fotohintergründe selbst machen habe ich ganz viele liebe Nachrichten und Kommentare von euch erhalten. Das war mir fast schon ein wenig unangenehm, da ich noch gar nicht lange blogge und das Fotografieren selbst noch nicht perfekt beherrsche. Vielen, vor allem auch anderen Anfängern, haben die Tipps aber weitergeholfen und ihr habt nach mehr Input gefragt. Den bekommt ihr natürlich 😉 Heute in Form von: „Wie baue ich ein Set rund um mein Essen auf? 10 Tipps“.
„Set“ klingt jetzt etwas hochtrabend, dabei bedarf es gar nicht immer vieler Dinge. Dennoch solltet ihr bedenken: Eure Leser können das abgebildete Essen weder riechen noch schmecken. Die Optik ist also ganz wichtig, denn ihr habt euch bestimmt viel Mühe gegeben und wollt, dass andere euer Rezept nachkochen oder zumindest Appetit darauf bekommen. Und da auch ihr noch Appetit haben sollt, bezieht sich Punkt 1 direkt mal auf euer eigenes Ego 🙂

1. Erst das Set, dann das Gericht

Ich gehe davon aus, dass ihr das Essen, das ihr ablichtet, nachher auch noch verputzen wollt. Warme Speisen sollen bestenfalls noch warm, Eis nicht schon flüssig sein. Daher kümmert euch zuerst um das Set, bevor ihr das Essen anrichtet. Sucht euch den passenden Untergrund, Teller, Stoffe und was ihr sonst noch so braucht. Bereitet alles schon vor und schaut, ob das Licht passt. Holt erst dann euer Essen vom Herd/aus dem Kühlschrank und gesellt es dazu. Jetzt könnt ihr fotografieren.
Mir selbst ist sehr wichtig, dass das Essen noch genießbar ist, deswegen kommt es bei mir selten vor, dass ich länger als 10 Minuten Bilder schieße. Süßkartoffelkloesse-Kokos-Tomaten-Sauce-Springlane-2

2. Das Anrichten

Die Teller sollten nicht überladen sein. Die wenigsten spricht es an, wenn ein riesen Haufen Essen auf einen viel zu knappen Teller präsentiert wird. Allerdings sollte eure Leckerei auch nicht verloren wirken. Daher bieten sich kleinere Teller super an, auf denen man zumindest den Rand noch erkennen kann. Ein Haufen Spaghetti in Soße ertränkt wirkt zum Beispiel weniger appetitlich als zusammen gerollte Nudeln mit etwas Soße beträufelt. Mir persönlich ist dabei aber wichtig, dass die Art, wie das Gericht präsentiert wird, nicht fern ab von jeder Verzehr-Realität ist. Ihr werdet bei mir nicht sehen, dass ich drei Nudeln neben einer Möhre ablichte. Das ist unnormal. Fotografiert kleine, aber realistische Portionen.

Oft bietet es sich auch an, das Essen mal nicht auf dem Teller, sondern in einer hübschen Schüssel oder einem Einmachglas zu fotografieren. Seid kreativ.

Couscous-Salat mit Lime-Basilikum Avocado und Pinienkerne

3. Verwendet Holzbesteck

Holzbesteck gibt es mittlerweile überall zu kaufen. Auf den Fotos wirkt es besser, da nichts ungünstig reflektiert oder spiegelt. Auf meinen ersten Fotos spiegel ich mich mit meiner Kamera immer selbst. Im Löffel schön verformt. Hübsch – nicht. Das muss nicht sein und lenkt vom eigentlichen – eurem leckeren Essen – ab. Ihr könnt das Besteck auch bemalen und so Abwechslung mit in die Posts bringen oder das Besteck passend zum Gericht auswählen. Das werde ich auf jeden Fall demnächst mal machen.

Baumkuchen-Marzipan-Rezept

4. Die richtigen Farben wählen

Mit den Farben eurer Accessoires und Teller könnt ihr viel bewirken. Ihr könnt durch Gegensätze Kontraste setzen oder mit ähnlichen Farben Harmonie erzielen. Beides finde ich super. Grün wirkt generell frisch, Braun sinnlich oder rustikal, Schwarz elegant und Weiß sauber, klar und sommerlich. So wie in der Werbung für erfrischende Pflegeprodukte meist helle Blondinen zu sehen sind, die sich im weißen Badezimmer oder vor dem Fenster und hellblauen Himmel das Gesicht einschäumen, so wirkt auch in der Foodfotografie ein schönes Himmelblau frisch und sauber.

Erdbeer-Rosen-Limonade-Erdbeer-Sirup-2

5. Bringt Textur rein

Textur in den Bildern macht das Bild spannender und somit auch euer Gericht, das darauf abgebildet ist. Ihr schafft das entweder mit eurem Hintergrund (Holzbretter oder Holzmaserungen), mit euren Requisiten (gemusterte Servietten oder Teller, zerknülltes Backpapier, ein verzierter Löffel) oder mit Kleinigkeiten auf eurer Speise selbst. Ein paar gemahlene Pfefferkörner auf der Suppe oder eine kleine heraus lugende Einlage schmecken nicht nur lecker, sondern bringen auch Textur in euer Bild.

Couscous-Wraps

6. Dynamik

Der Tipp, der mir bisher am meisten weitergeholfen hat, ist dieser hier: Bringt Dynamik in euer Bild. Ein paar Kekse auf einem flachen Teller sind langweilig. Stapelt sie. Versucht außerdem Accessoires in verschiedenen Höhen zu verwenden. Ihr werdet sehen, wie eine einzelne hohe Flasche im Hintergrund das Bild verändert. Stellt mal zwei Teller übereinander oder eine runde Schüssel auf einen größeren flachen Teller. Legt dann noch ein Stück Stoff darunter. Mehrere Lagen machen das Set interessant.

Brownies-vegan-Rezept-Schokolade-4

7. Ungerade Anzahl

Ich habe es auch nicht geglaubt, aber es stimmt in den meisten Fällen: Eine ungerade Anzahl an Törtchen, Brötchen oder Tassen wirkt interessanter und harmonischer als eine gerade. Bringt also lieber 3 oder 5 Muffins oder Küchlein mit auf euer Bild als 4 und legt lieber 3 Deko-Nüsse in dern Vordergrund als 2. Natürlich gibt es auch Fälle, da sieht eine hübsche symmetrische Anordnung von Dingen super aus. Testet es einfach individuell.

8. Kleckert, aber mit Bedacht

Wie im Muffin-Bild oben sieht man, dass es auch interessant sein kann, wenn Krümel zu sehen sind oder schon Stücke der Leckerei abgebissen wurden. Natürlich sollte auf dem Foto nicht unbedingt ein Essens-Schlachtfeld zu sehen sein, ein bisschen überlaufende Schokoladensauce, schon leicht schmelzendes Eis, Kekskrümel oder Puderzucker machen aber einfach Appetit und hauchen dem Essen Leben ein.

9. Garnitur

Eine einfache Suppe sieht schöner aus, wenn ihr frische Kräuter darauf garniert. Ein leckeres Stück Fleisch tausendmal besser, wenn grobes Meersalz oder gemahlene Pfefferkörner darauf zu sehen sind. Vergesst also nicht, eurem Gericht noch ein bisschen Frische in Form von Kräutern und Gewürzen kurz vor dem Fotografieren zu geben. Außerdem bringt das Grün, wie hier auf den gefüllten Crepes, auch noch den gewissen Farbtupfer.

10. Übung macht den Meister

Der letzte Tipp hat mir auch sehr geholfen: ÜBEN; ÜBEN ÜBEN! Probiert viel aus, schaut mal was ihr in eurer Wohnung so an Accessoires findet und analysiert andere Foodfotos, die euch persönlich gefallen. Vielleicht entdeckt ihr ja den ein oder anderen Tipp von hier wieder.
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Ich persönlich werde auch noch viel experimentieren müssen, damit meine Foodfotos besser werden. Aber das macht ja auch Spaß und man sieht so schnell Fortschritte.
 
Vielleicht plane ich nochmal einen Beitrag über die Technik der Fotografie, der Anordnung und die Perspektive. Da bin ich nämlich auch gerade im Lernprozess und würde die Erkenntnisse gerne mit euch teilen 🙂

 

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