Gewerbeanmelden

Gewerbe anmelden als Blogger

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Heute gibt es mal kein Rezept und kein DIY. Heute soll es um die Gewerbeanmeldung als Blogger gehen. Irgendwann kommt sicher jeder Blogger an den Punkt, an dem er überlegt, in welche Richtung es mit dem Blog gehen soll: Neben dem Spaß am Schreiben Einnahmen erzielen oder nicht? Viele alte Blogger-Hasen haben sich sicher schon damit beschäftigt und wissen Bescheid. Aber gerade als Neuling ist man oft überfragt, überfordert und gehemmt, sich mit diesem Thema zu beschäftigen – so ging es mir zumindest immer.
Deswegen will ich hier gern einmal zusammenfassen, wann man ein Gewerbe anmelden sollte und warum, welche Schritte gemacht werden müssen und was es sonst noch zu beachten gibt. Gerne könnt ihr eure Gedanken und Infos in den Kommentaren noch ergänzen, denn natürlich basieren meine Worte lediglich auf meinen eigenen Erfahrungen. Sie sollen eine Orientierung geben und euch auch ein bisschen die Angst nehmen, wenn ihr schon einmal über eine Gewerbeanmeldung nachgedacht habt, euch aber noch nicht richtig getraut habt.

Wann muss man ein Gewerbe als Blogger anmelden?

Sobald du Gewinnabsichten hast, musst du ein Gewerbe anmelden. Wenn du also Kooperationen eingehen möchtest, mit Affiliate Links arbeitest oder Werbebanner über Google etc. schaltest, kommst du um eine Anmeldung nicht drum herum. Warum? Weil alles andere illegal wäre und das Einkommenssteuergesetz das so vorsieht.

Was sind die Schritte einer Gewerbeanmeldung?

1. Zuerst musst du zum Gewerbeamt der Stadtverwaltung oder zur Industrie- und Handwerkskammer (IHK) gehen. Nimm deinen Personalausweis und etwas Bargeld mit. Ich war bei der IHK und musste 10,32€ zahlen. Das ist aber unterschiedlich. Plane also 10-20€ ein. Dort gibt es ein paar Fragen zu dir und deinem geplanten Gewerbe zu beantworten. Das ist aber wirklich easy und die Leute dort helfen dir. Unter anderem musst du angeben, welche Art von Gewerbe du betreiben willst. Nach einer Recherche habe ich herausgefunden, dass die meisten „Internet-Dienstleistung“ angeben. Das habe ich auch getan. So bist du noch recht flexibel.
Man kann das Gewerbe auch 2 Monate rückwirkend anmelden, im Falle, dass du schon Geld eingenommen hast.
Das Ganze sollte nicht länger als 10-15 Minuten dauern. Ich war danach richtig erleichtert, meinen Beleg in der Hand zu halten.
In manchen Städten kann man sich auch über ein Online-Formular anmelden. Dazu kann ich aber leider nichts weiter sagen, da es mein Stadt nicht betrifft.
2. Nach 2-3 Wochen solltest du per Post einen Vordruck zur steuerlichen Erfassung bekommen. Den schickt man ausgefüllt zurück an das Finanzamt. Hier musst du neben persönlichen Daten u.a. auch deine voraussichtlichen Einkünfte angeben (aus deinem normalen Job/nichtselbstständiger Arbeit und deinem Bloggewerbe). Außerdem musst du dich hier auch entscheiden, ob du ein Kleingewerbe anmelden möchtest. Das wird in den meisten Fällen so sein. Mehr dazu weiter unten*.
Nach Abgabe des Vordruckes wirst du eine neue Steuernummer bekommen, die du zukünftig auch auf Rechnungen und bei der Steuererklärung verwenden musst. In meinem Fall musste ich nochmal telefonisch nachfragen, wo denn die Steuernummer bleibt. Tut das auch, wenn ihr nach 8 Wochen noch nichts gehört habt.
3. Von der Industrie- und Handelskammer wirst du ebenso Post bekommen. Dort musst du nämlich eine Gebühr zahlen, wenn dein Bloggewinn im Bemessungsjahr über 5.200€ liegt (Mitgliedsbeitrag). Ich schließe das für den Großteil jetzt einfach mal aus (zumindest wenn ihr gerade erst damit anfangt und nicht hauptberuflich bloggt). Es fallen also keine weiteren Kosten an. Ein Antrag auf Befreiung liegt bei.
Auch müsst ihr mit eurem Unternehmen Unfall-versichert sein. Bei der Anmeldung (1. Schritt) wird das aber schon ins Rollen gebracht. Ihr müsst nichts weiter tun. Die entsprechende gesetzliche Unfallversicherung wird euch anschreiben und euch aufklären, dass sie im Falle eines Arbeitsunfalles greift. Da ich mir aber nicht ausmalen kann, was beim Bloggen groß passieren soll, sollte das von keiner großen Bedeutung sein. Beitrag müsst ihr nur zahlen, wenn ihr Leute im Unternehmen beschäftigt (Praktikanten o.ä.).
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Weitere Infos

Steuererklärung

Als Blogger mit Gewerbeschein müsst ihr jährlich eine Steuererklärung abgeben. Ich tue dies sowieso, weil ich fest arbeite, und muss für meinen Blog nächstes Jahr einfach noch ein paar Dinge mehr beachten. Die Steuererklärung muss man mit Gewerbe elektronisch machen. Zusätzlich zum üblichen Kram muss man als Kleinunternehmer noch eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung abgeben, in der man einfach die Einnahmen und Ausgaben erörtert und den Gewinn ermittelt.

Bin ich Kleinunternehmer? Was bedeutet das für mich?

*Als „Kleinunternehmer“ gilt man, wenn man (bei Neugründung) vorraussichtlich weniger als 17.500€ Umsatz im Gründerjahr und voraussichtlich weniger als 50.000€ Umsatz im nachfolgenden Jahr macht. Das sollte bei den meisten Bloggern (die nebenbei bloggen) der Fall sein.
Ihr müsst bei der Kleinunternehmerregelung keine Umsatzsteuer (Mehrwertsteuer) zahlen, was auch bedeutet, dass ihr auf Rechnungen keine Umsatzsteuer ausweisen dürft. Bei der jährlichen Steuererklärung reicht eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung aus.

Einkommenssteuer müsst ihr erst zahlen, wenn ihr über 410€ Blog-Gewinn im Jahr habt (Einnahmen minus Ausgaben = Gewinn). Sprich: Wenn eure Haupteinnahmequelle euer Angestelltenverhältnis ist und ihr nur nebenher bloggt, werden Einkünfte aus dem Nebenerwerb (Bloggen) bis zu 410€ im Jahr nicht versteuert. Behaltet das also immer im Auge. Je nach Einnahmen kann euch recht viel abgezogen werden.Wenn ihr unter 8.652,00 € im Jahr verdient (dieser Betrag bezieht sich auf die Einkünfte aus Angestelltenverhältnis UND dem Bloggen und gilt für Ledige), müsst ihr keine Einkommenssteuer zahlen. Man nennt das einen Freibetrag. Dennoch müssen die Einkünfte beim Finanzamt angegeben werden.

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Soviel erst einmal von mir. Ich plane noch einen Post über das Ausstellen von Rechnungen, da ich anfangs auch überfragt war, wie solch eine aufgebaut ist und was ich als Kleinunternehmer beachten muss.
Fragen und Ergänzungen könnt ihr sehr gerne in den Kommentaren da lassen. Ich freu mich!

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